Jungquartäre Klima- und Landschaftsentwicklung im Werchojansker Gebirge

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Pleistozäne Vergletscherungen im Werchojansker Gebirge (Stauch 2006:128). Urheberrecht: G. Stauch Der Hala Hu und der Shule Nanshan

Im Rahmen dieses Projektes wurde die jungquartäre Klima- und Landschaftsgeschichte des Werchojansker Gebirges in Nordost Sibirien rekonstruiert. Das Projekt wurde von einem deutsch-russischen Team interdisziplinär durchgeführt. Ausgehend von den rezenten Vergletscherungen wurden geomorphologische, geokryologische und bodengeographisch-paläopedologische Befunde entlang ausgewählter Transekte bis zu den Terrassen der Flüsse Lena und Aldan hin erfasst.

" Im Rahmen dieser Arbeit konnten auf Basis von Fernerkundungsdaten, geomorphologischen Kartierungen und sedimentologischen Analysen in verschiedenen Einzugsgebieten im westlichen Werchojansker Gebirge fünf markante Endmoränenstände ( I - V ) unterschieden werden. Datierungen der Moränen und der überlagernden äolischen Decksedimente unter Verwendung der IRSL Methode ergaben, dass die Moränenablagerungen deutlich älter sind als bisher vermutet. Für das globale letztglaziale Maximum (gLGM; 18 bis 22ka) konnte keine Vergletscherung nachgewiesen werden. Der letzte große Gletschervorstoß ( I ) erfolgte vor 55 ka und hat das Vorland der Gebirge nicht erreicht. Für den nächst älteren Vorstoß ( II ), der bis an den Gebirgsrand reichte, konnte kein Alter ermittelt werden. Drei große Endmoränen wurden von Gletschern im westlichen Vorland des Gebirges gebildet. Die IRSL Datierungen ergaben für die Moränen Ablagerungsalter von 80 bis 90ka ( III ), ca. 100ka ( IV ) und 135-140ka (V). Auf der Ostseite des Gebirges hatten die Vergletscherungen eine deutlich geringere Ausdehnung. Die starke Zerstörung der Moränenablagerungen erschwert einen Vergleich mit den Sedimenten und Formen auf der Westseite.

Diese neue Chronostratigraphie zeigt, dass die Gletschervorstöße im Werchojansker Gebirge ähnlich verliefen wie jene des östlichen Sektors des Eurasischen Eisschildes in der Barents- und Karasee und die Gebirgsvergletscherung im Fernen Osten. Im Laufe des letzten Glazials ist die Reichweite der Vergletscherungen immer stärker zurückgegangen. Im Unterschied zu den benachbarten Gebieten kam es im Werchojansker Gebirge jedoch zu keiner oder nur zu einer sehr begrenzten Vergletscherung im gLGM. Die Ursache hierfür liegt in der hohen Aridität des Raumes zu dieser Zeit. Im Gegensatz zu vorangegangenen Vergletscherungsphasen wurde im MIS 2 mit den Westwinden keine ausreichende Feuchtigkeit für das Gletscherwachstum in das Gebirge transportiert. Die Westwinde waren zumindest in den letzten 140.000 Jahren die Hauptquelle für die Niederschläge während der Vergletscherungen. Darauf deuten der asymmetrische Charakter der Vereisungen mit den im Westen bis in das Vorland reichenden Piedmontgletschern und die nur geringe Reichweite der Vereisungen auf der Ostseite des Gebirges hin." (aus Stauch 2006).

 
Laufzeit 05/2002 - 02/2005
Förderung DFG Le 730/10-1, Prof. Dr. F. Lehmkuhl
Projektpartner

Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Potsdam

Prof. Dr. Bernhard Diekmann – Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Potsdam