Geomorphologische und dendrochronologische Untersuchungen zur spätholozänen Monsunvariabilität und zum Klimawandel in Südost-Tibet

 

Zusammenfassung

Ziel des Projektes ist die Rekonstruktion der spätholozänen (letzte 1500 Jahre) Geltscherschwankungen und Klimageschichte Südost-Tibets. Hierzu sollen in einer Multiproxy-Analyse geomorphologische und dendrochronologische Daten erhoben und ausgewertet werden.

Die monsunal gesteuerten, temperierten Gletscher Südost-Tibets reagieren schnell und sensitiv auf Klimaänderungen. Die Rekonstruktion dieser Geltscherschwankungen und der Variabilität der Gleichgewichtslinie (engl.: "equilibrium-line altitude", Abk.: "ELA") soll durch die Kombination geomorphologischer Analysen und sedimentologischer Befunde zu glazialen und glaziofluvialen Sedimenten erreicht werden. Zur Datierung der Gletschervorstöße der Kleinen Eiszeit (engl.: "little ice age", Abk.: "LIA") und zur Rekonstruktion verschiedener saisonaler Klimaparameter sollen Baumringproben geborgen und hinsichtlich verschiedener Parameter, wie der Ringbreite, der maximalen Spätholzdichte und den Gehalten an den stabilen Isotopen δ13C und δ18O untersucht werden.

Die Daten der geomorphologisch-sedimentologischen Gletscheranalyse und der dendrochronologischen Untersuchungen ermöglichen dann eine Rekonstruktion früherer Niederschlags- und Temperaturverhältnisse zu bedeutenden Episoden der spätholozänen Klimaentwicklung, wie der kleinen Eiszeit oder der Mittelalterlichen Warmzeit. Die Kombination von temperatur- und niederschlagssensitiven Paläoklimaproxies eröffnet die Perspektive, die Einflüsse von Temperatur- und Niederschlagsveränderungen auf die Dynamik der monsunal gesteuerten, temperierten Gletscher Südost-Tibets differenziert zu betrachten.

 
Laufzeit 10/2010 - 09/2013
Förderung DFG Le 730/31-1, Prof. Dr. F. Lehmkuhl
Projektpartner Prof Dr. Achim Bräuning Geographisches Institut der Universität Erlangen-Nürnberg