Lebensmittel-E-Commerce

 

Eine Alternative zur zukünftigen Versorgung der Bevölkerung des ländlichen Raumes?

In den letzten Jahren sind innerhalb des deutschen Lebensmittelhandels eine Konzentration der Anbieterstruktur und ein Flächenwachstum zu erkennen. Kleine Betriebsformen des Lebensmittelhandels werden von filialisierten, großflächigen Formaten an zentralen Orten abgelöst. Dadurch entstehen unterversorgte Räume, vor allem in ländlichen Gebieten, in denen den Menschen immer häufiger keine qualifizierende Nahversorgung zur Verfügung steht.

Dieser Strukturwandel im Lebensmitteleinzelhandel wird durch die Auswirkungen des sich im Vollzug befindenden Demographischen Wandels zusätzlich verstärkt. Die Merkmale Alterung und Bevölkerungsrückgang sind in ländlichen Räumen im Durchschnitt stärker ausgeprägt als in städtischen Räumen. Das wirft die Frage auf in welcher Form eine Nahversorgung innerhalb ländlicher Gebiete in Zukunft gewährleistet werden kann, wenn stationäre, filialisierte Konzepte, aufgrund mangelnder Nachfrage, keine ökonomische Tragfähigkeit mehr aufweisen.

Angesichts dieser Tatsache wird innerhalb des Projektes das Potential einer denkbaren Nahversorgungsoption mittels Lebensmittel-E-Commerce, der aktuell noch keine große Bedeutung in der Versorgung mit Lebensmittel zur Deckung des täglichen Bedarfes zugewiesen wird, beleuchtet.

Mit Hilfe eines GIS-Modelles wird dazu die historische Entwicklung des stationären Lebensmittelhandelsumfeldes im Untersuchungsgebiet analysiert. Aus den Erkenntnissen werden mögliche Entwicklungspfade der stationären Lebensmittelversorgung abgeleitet, die die Rahmenbedingungen für einen Distanzhandel mit Lebensmitteln vorgeben. Darüber hinaus werden mögliche Potentiale für Lebensmittel-E-Commerce aus Konsumenten- und Anbietersicht mit Hilfe von Haushaltsbefragungen und Experteninterviews analysiert. Diese Erkenntnisse werden abschließend zu einer Synthese zusammengeführt, um eine Beantwortung der Forschungsfrage zu ermöglichen.

 

Promotion

Herr Matthias Mensing hat am 7. Dezember 2018 durch eine erfolgreiche Disputation zu seiner Dissertation zum Doktor rer. nat. promoviert.